26. März 2012
Digitale Spiele sind für Kinder und Jugendliche heute selbstverständlich. Tablets, Smartphones, Handys und tragbare Konsolen ermöglichen es, überall zu spielen. In der Jugendarbeit können attraktive und sinnvolle Angebote gemacht werden, die an die aktuelle Spielkultur von Kindern und Jugendlichen anknüpfen. Dabei gilt es Chancen zu nutzen und möglichen Risiken zu begegnen.
Die Fachtagung in der Stadtbibliothek Bielefeld am 11.05.2012 wird folgende Fragen beantworten:
- Welche Chancen bietet die digitale Spielkultur für die Jugendmedienarbeit?
- Mit welchen Methoden können attraktive, sinnvolle Angebote geschaffen werden?
- Wie fördert digitales Spielen das informelle Lernen?
- Welche pädagogischen Strategien sind bei exzessiver Mediennutzung sinnvoll?
- Wie kann man Kosten gering halten und rechtliche Probleme vermeiden?
Zwei Praxisworkshops zeigen, wie man mit Kindern und Jugendlichen Spiele entwickeln kann und welche Spiele und Methoden für die aktive Kinder- und Jugendmedienarbeit geeignet sind.
Hier können Sie sich online anmelden.
Tagungsflyer als PDF-Datei
Tags: Bielefeld, Fachtagung, Familie, Games On, Jugendliche, Kinder, Mediennutzung, Spielkultur, Stadtbibliothek
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26. Februar 2012
Seit Februar 2012 gibt es mit der FIM-Studie eine weitere Pflichtlektüre für Medienpädagogen/innen:
“Die Studie bietet aktuelle Erkenntnisse zur Kommunikation und Interaktion in deutschen Familien sowie repräsentative Ergebnisse zur Mediennutzung im Familienkontext.” (Pressemeldung)
Der Medienpädagogische Forschungsverbund Südwest liefert uns seit über zehn Jahren mit den Studienreihen KIM (Kinder + Medien, Computer + Internet) und JIM (Jugend, Information, (Multi-) Media) regelmäßig aktuelle Daten über die Mediennutzung der Kinder und Jugendlichen in Deutschland. Mit der qualitativ angelegte Untersuchung JIM plus Nahaufnahmen 2009 lieferte er zudem bereits wichtige Informationen über Hintergründe, Motive und individuelle Einstellungen der Mediennutzung bei Jugendlichen.
Mit der neuen FIM-Studie (Familie, Interaktion und Medien) wurden 2011 zusätzlich die Kommunikationsstruktur und die Mediensituation im Familienkontext erhoben.
Für die laut MPFS repräsentative Studie wurden alle Mitglieder von 260 Familien mit Kindern zwischen 3 und 19 Jahren persönlich befragt. Mit einer Teilstichprobe wurde ergänzend eine Tagebuchbefragung durchgeführt.
Die gesamte Studie kann als als PDF-Datei (2,75 MB) heruntergeladen werden.
Zusammen mit der Kurzinformation zur Studie wird auch ein direkter Zugang zu den grafischen Darstellungen ermöglicht.
Drei Zitate:
“71 Prozent der Eltern sehen regelmäßig, also mindestens mehrmals pro Woche, mit ihren Kindern fern. Etwa die Hälfte hört gemeinsam Radio. 13 Prozent der Eltern nutzen regelmäßig mit zumindest einem Kind das Internet, deutlich seltener werden gemeinsam Computer- (4 %) und Konsolenspiele (3 %) gespielt.” (S.90)
“Bei der Frage nach den Medienexperten der Familie sind die Rollen klar verteilt. Väter sind die Spezialisten im Umgang mit technischen Aspekten, vor allem beim Computer. Mütter
werden für Fernsehinhalte und zum Thema Buch als kompetentestes Familienmitglied eingeschätzt, für Computerspiele sind die Kinder die Experten.” (S.91)
“In aktuellen Fragen der Medienerziehung schätzen sich 21 Prozent der Eltern als sehr kompetent ein. Die Mehrheit mit 60 Prozent der Eltern formuliert dies mit etwas kompetent deutlich zurückhaltender. 14 Prozent schätzen sich weniger kompetent ein und fünf Prozent schreiben sich hier gar keine Kompetenz zu.” (S.91)
gthiele
Tags: Familie, Fernsehen, Kinder. Mediennutzung, Kommunikation
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07. November 2011
Die Mehrheit der vom BITKOM e.V. befragten 1000 Internetnutzer/innen sind der Ansicht, dass sie sich durch die Angebote des Internets stärker an politischen Angelegenheiten beteiligen können und betrachten diese Entwicklung als sehr positiv. Leider geht aus Studie nicht hervor, wer sich faktisch auch beteiligt, d.h. wer z.B. sein Votum zum Bürgerhaushalt abgibt, wer wie oft Politiker/innen über welche Dienste und Plattformen kontaktiert, wer Politik in welcher Form mit welchem Effekt mitgestaltet. Wir dürfen auf Anschlussbefragungen gespannt sein.
Hier der Link zur PM des Bundesverbandes Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. (BITKOM):
http://www.bitkom.org/de/presse/8477_70163.aspx
eingestellt von Dagmar Hoffmann
Tags: e-Partizipation, Internetdemokratie, Politikverdrossenheit, Umfrage
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07. November 2011
“Medienkompetenz – ist das mehr als nur eines der unzähligen „Buzzwords“, die in der Netzpolitik regelmäßig kommen und gehen? Medienkompetenz wird von manchen belächelt, von anderen als die Lösung aller Probleme angesehen, von Bildungschancen bis zum Jugendschutz der Neuzeit. Ein Thema also, das intensiv aufgeladen ist.
Dabei wurde viel erreicht: Unsere Recherche hat gezeigt, dass es eine schier unendliche Menge toller Projekte und Initiativen in Sachen Medienkompetenz gibt. All denen, die hier – teilweise seit vielen, vielen Jahren – tätig sind: Hut ab und danke für das tolle Engagement!
Aber wie kann es sein, dass trotz all dieser Initiativen immer wieder der Eindruck entsteht, es müsse noch viel mehr in Sachen Medienkompetenz getan werden?” (zitiert aus der Einleitung des Berichts, S. 4)
Hier geht es zum Link (Drucksache 17/7286).
http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/17/072/1707286.pdf
eingestellt von Dagmar Hoffmann
Tags: Enquete-Kommission, Handlungsempfehlungen, Stand der Medienpädagogik in Deutschland
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14. Oktober 2011
Zwei Zitate aus dem Leitpapier, die m.E. gute Anregung auch für die Reflexion der Ziele unserer (medien)pädagogischen Arbeit geben.
Gibt es hierfür bei uns eigentlich durchgehend Zustimmung?
“Bildung ist mehr als die Vermittlung wirtschaftlich verwertbaren Wissens und mehr als das Durchlaufen des formalen Bildungswegs von Schule über Ausbildung oder Studium hin zu guten Zukunftschancen und einer qualifizierten und dauerhaften Beschäftigung. Bildung braucht Freiräume, damit Erfahrungs-, Lern- und Bildungsprozesse von Heranwachsenden ihrer eigenen Logik und besonderen Bedürfnissen junger Menschen folgen können.
Diese formellen und informellen Prozesse finden in formalen und nichtformalen Settings statt und sind nicht nur an einen Ort gebunden. Hierfür ist ein eigenständiges Bildungskonzept der Kinder- und Jugendhilfe erforderlich, das keine formalisierten Lernprozesse zum Maßstab nimmt oder Bildung an einer individualisierenden Verantwortungszuschreibung für die Aneignung von Kompetenzen festmacht.”
“Die Ausbildung und berufliche Eingliederung junger Menschen ist ebenfalls gesellschaftliche Aufgabe. Dabei darf nicht nur die Erlangung von Beschäftigungsfähigkeit im Vordergrund stehen. Vielmehr müssen, im Sinne einer umfassenden Kompetenzentwicklung für junge Menschen, sowohl beruflich als auch für den weiteren Lebensweg, nachhaltig Selbstbildung und Persönlichkeitsentwicklung gefördert werden.”
Quelle:
Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe – AGJ, Kinder. Jugend. Zukunft:Perspektiven entwickeln – Potenziale fördern!
Kinder- und jugendpolitisches Leitpapier zum 14. Deutschen Kinder- und Jugendhilfetag 2011
Download als PDF-Datei: http://www.agj.de/pdf/5/DJHT-Leitpapier_2011.pdf
gthiele
Tags: Konzept, Medienbildung, Medienpädagogik
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19. Juli 2011
Ein Schritt voran:
In Bremen wurde unter Beteiligung zahlreicher “stakeholder”, darunter der GMK-Regionalgruppe, das Eckpunktepapier des von der Senatskanzlei initiierten BreMeKo – Runder Tisch zur Bremer Medienkompetenz fertig gestellt.
Im gemeinsam entwickelten Leitbild wird definiert: “BreMeKo bedeutet, Medienkompetenz für alle zu erreichen – für alle Menschen, alle Orte und für alle Medien.”
Als gemeinsames Verständnis von Medienkompetenz, “mit dem eine umfassende Vorstellung von Kompetenzen im Hinblick auf Medien vertreten wird” wird recht knapp formuliert: “Sie bezieht sich auf den Umgang mit Information und Wissen, auf Kommunikation und Kooperation, auf Identität und Selbstfindung wie auch auf produktiv-gestaltenden Umgang und ein angemessenes Verständnis virtueller Wirklichkeiten.” (S. 5)
Der in Bremen realisierte Ansatz einer recht umfassenden Beteiligung erbrachte inhaltlich fundierte und aus der Kenntnis der sozialräumlichen Gegebenheiten erwachsene praxisrelevante Vorschläge.
Einzelne Abschnitte zeigen aber auch die Problematik der Durchsetzung von Partikularinteressen, (notwendiger?) Kompromisse und der parallelen Beteiligung von Mitarbeitenden der Senatsverwaltungen an der Konzepterstellung.
So wird z.B. zum wichtigen Thema Finanzierung nur knapp und desillusionierend formuliert:
“Die Finanzierung der einzelnen Angebote wird weiterhin von den heutigen Trägern vorgenommen. Folgt man den Empfehlungen, wird eine Aufstockung des Bedarfs aus öffentlichen Mitteln unumgänglich sein. Soweit dies nicht möglich ist, muss geprüft werden, inwieweit zusätzliche Maßnahmen, die sich aus den Aufgaben der Koordinierungsstelle ergeben, von den heutigen Trägern oder aber durch die Beteiligung Dritter, insbesondere Unternehmen und Verbänden, getragen werden können.” (S. 16)
Hintergrund:
In der Koalitionsvereinbarung 2007 -2011 von SPD und Grünen wurde der Ausbau der Angebote “zur Vermittlung von Medienkompetenz” (S. 108).mit einem Satz sehr knapp als ein medienpolitisches Ziel definiert. Die Senatskanzlei des Landes Bremen initiierte dann im August 2010 den Runden Tisch zur Bremer Medienkompetenz – BreMeKo, an dem sich alle Institutionen des Landes, die sich mit Medienkompetenzförderung befassen, beteiligen können sollten.
Mit dem ersten Ziel einer Bestands- und Bedarfsermittlung wurden sieben Arbeitsgruppen gebildet.
Die Ergebnisse der Arbeitsgruppen wurden beim 2. Runden Tisch Bremische Medienkompetenz im Januar 2011 vorgestellt. Zugesagt wurde daraufhin: “Sie bilden die Grundlage für das Leitbild, das sich Bremen für die Medienkompetenzvermittlung geben will. Dann werden auch die zentralen Fragen einer möglichen neuen Organisationsstruktur und auch der Finanzierung diskutiert werden.”
Als erste Forderungsrealisierung wurde die erste Version eines „Medienkompetenzatlas“ vorgelegt, in dem 28 Anbieter und Angebote rund um das Thema Medienkompetenz auf einer Google maps – Karte eingetragen sind.
Die Koalitionsvereinbarung 2011 -2015 enthielt dann schon deutlich ausführlichere und differenziertere Aussagen, die denen des aktuellen Papiers “Eckpunkte” nahe stehen.
Das Eckpunktepapier wurde von den Leitern und Leiterinnen der sieben Arbeitsgruppen gemeinsam mit den Mitarbeitern der Senatsverwaltung verfasst.
Die “zentrale Frage der Finanzierung” wird wohl noch weiter bearbeitet werden müssen.
gthiele
Tags: Bremen, Konzept, Medienkompetenz
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13. Juni 2011
Wichtige Argumente für die medienpädagogische Fachdiskussion:
Frank La Rue, der “Special Rapporteur on the promotion and protection of the right to freedom of opinion and expression” der Commission on Human Rights der Vereinten Nationen hat am 16.05.2011 seinen aktuellen Bericht vorgelegt.
Er betont darin die durch das Internet erheblich ausgeweiteten Möglichkeiten der Individuen “to seek, receive and impart information and ideas of all kinds instantaneously and inexpensively across national borders”. (S. 19) Die Ausübung dieses Grundrechtes über das Internet müsse deshalb mit so wenig Einschränkungen wie möglich sichergestellt werden und dürfe nur in wenigen, im internationalen Recht anerkannten Ausnahmen eingeschränkt werden.
“He also stresses that the full guarantee of the right to freedom of expression must be the norm, and any limitation considered as an exception, and that this principle should never be reversed.” (S. 19)
Vor diesem Hintergrund äußert er sich kritisch zu aktuellen Themen wie
- Blocken oder Filtern von Internetinhalten
- Kriminalisierung von Ausdrucksformen im Internet
- mangelhafter Schutz der Rechte auf Privatheit und Datenhoheit
Die Versuche, neue Gesetze zur Sperre des Internetzugangs wegen Urheberrechtsverletzungen zu etablieren – wie z.B. in Frankreich und England – werden zudem als Verstoß gegen Artikel 19, Absatz 3 des Internationalen Pakts über bürgerliche und politische Rechte – UN-Zivilpakt bezeichnet.
gthiele
Tags: Filter, Internet, Internetzugang, Medienpädagogik, Politik
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05. Juni 2011
Am 4.5.2011 hat die Hamburgische Bürgerschaft auf Antrag der SPD-Fraktion (“Medienkompetenzförderung durch ein Medienkompetenz- Netzwerk“) einen umfangreichen Katalog von “Prüfaufgaben” beschlossen, die zu einem Gesamtprogramm zur Medienkompetenzförderung führen sollen.
Anlass war ein Antrag der CDU zur Einführung eines Medienführerscheins, der durchaus auch “im Rahmen der Entwicklung des Rahmenkonzepts für die Aktivitäten zur Förderung der Medienkompetenz” gedacht war.
Der Hamburger SPD-Politiker Hansjörg Schmidt, Medien- und Netzpolitischer Sprecher seiner Fraktion, bietet hierzu bei Youtube eine kommentierte Videoaufzeichnung seiner Antragsbegründung vor der Bürgerschaft an.
gthiele
Tags: Hamburg, Medienkompetenzförderung, Netzwerk
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