Nutzer/innen betrachten das Internet als Instrument zur Förderung der Demokratie – BITKOM-Studie veröffentlicht

07. November 2011

Die Mehrheit der vom BITKOM e.V. befragten 1000 Internetnutzer/innen sind der Ansicht, dass sie sich durch die Angebote des Internets stärker an politischen Angelegenheiten beteiligen können und betrachten diese Entwicklung als sehr positiv. Leider geht aus Studie nicht hervor, wer sich faktisch auch beteiligt, d.h. wer z.B. sein Votum zum Bürgerhaushalt abgibt, wer wie oft Politiker/innen über welche Dienste und Plattformen kontaktiert, wer Politik in welcher Form mit welchem Effekt mitgestaltet. Wir dürfen auf Anschlussbefragungen gespannt sein.

Hier der Link zur PM des Bundesverbandes Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. (BITKOM):

http://www.bitkom.org/de/presse/8477_70163.aspx

eingestellt von Dagmar Hoffmann

Leseempfehlung! Der zweite Zwischenbericht der Enquete Kommission “Internet und Digitale Gesellschaft” #eidg

07. November 2011

“Medienkompetenz – ist das mehr als nur eines der unzähligen „Buzzwords“, die in der Netzpolitik regelmäßig kommen und gehen? Medienkompetenz wird von manchen belächelt, von anderen als die Lösung aller Probleme angesehen, von Bildungschancen bis zum Jugendschutz der Neuzeit. Ein Thema also, das intensiv aufgeladen ist.

Dabei wurde viel erreicht: Unsere Recherche hat gezeigt, dass es eine schier unendliche Menge toller Projekte und Initiativen in Sachen Medienkompetenz gibt. All denen, die hier – teilweise seit vielen, vielen Jahren – tätig sind: Hut ab und danke für das tolle Engagement!

Aber wie kann es sein, dass trotz all dieser Initiativen immer wieder der Eindruck entsteht, es müsse noch viel mehr in Sachen Medienkompetenz getan werden?” (zitiert aus der Einleitung des Berichts, S. 4)

Hier geht es zum Link (Drucksache 17/7286).

http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/17/072/1707286.pdf

eingestellt von Dagmar Hoffmann

Kinder- und jugendpolitisches Leitpapier zum 14. Deutschen Kinder- und Jugendhilfetag 2011 –

14. Oktober 2011

Zwei Zitate aus dem Leitpapier, die m.E. gute Anregung auch für die Reflexion der Ziele unserer (medien)pädagogischen Arbeit geben.

Gibt es hierfür bei uns eigentlich durchgehend Zustimmung?

“Bildung ist mehr als die Vermittlung wirtschaftlich verwertbaren Wissens und mehr als das Durchlaufen des formalen Bildungswegs von Schule über Ausbildung oder Studium hin zu guten Zukunftschancen und einer qualifizierten und dauerhaften Beschäftigung. Bildung braucht Freiräume, damit Erfahrungs-, Lern- und Bildungsprozesse von Heranwachsenden ihrer eigenen Logik und besonderen Bedürfnissen junger Menschen folgen können.
Diese formellen und informellen Prozesse finden in formalen und nichtformalen Settings statt und sind nicht nur an einen Ort gebunden. Hierfür ist ein eigenständiges Bildungskonzept der Kinder- und Jugendhilfe erforderlich, das keine formalisierten Lernprozesse zum Maßstab nimmt oder Bildung an einer individualisierenden Verantwortungszuschreibung für die Aneignung von Kompetenzen festmacht.”

“Die Ausbildung und berufliche Eingliederung junger Menschen ist ebenfalls gesellschaftliche Aufgabe. Dabei darf nicht nur die Erlangung von Beschäftigungsfähigkeit im Vordergrund stehen. Vielmehr müssen, im Sinne einer umfassenden Kompetenzentwicklung für junge Menschen, sowohl beruflich als auch für den weiteren Lebensweg, nachhaltig Selbstbildung und Persönlichkeitsentwicklung gefördert werden.”

Quelle:
Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe – AGJ, Kinder. Jugend. Zukunft:Perspektiven entwickeln – Potenziale fördern!
Kinder- und jugendpolitisches Leitpapier zum 14. Deutschen Kinder- und Jugendhilfetag 2011
Download als PDF-Datei: http://www.agj.de/pdf/5/DJHT-Leitpapier_2011.pdf

gthiele

“Eckpunktepapier” des BreMeKo – Runder Tisch zur Bremer Medienkompetenz

19. Juli 2011

Ein Schritt voran:
In Bremen wurde unter Beteiligung zahlreicher “stakeholder”, darunter der GMK-Regionalgruppe, das Eckpunktepapier des von der Senatskanzlei initiierten BreMeKo – Runder Tisch zur Bremer Medienkompetenz fertig gestellt.

Im gemeinsam entwickelten Leitbild wird definiert: “BreMeKo bedeutet, Medienkompetenz für alle zu erreichen – für alle Menschen, alle Orte und für alle Medien.”
Als gemeinsames Verständnis von Medienkompetenz, “mit dem eine umfassende Vorstellung von Kompetenzen im Hinblick auf Medien vertreten wird” wird recht knapp formuliert: “Sie bezieht sich auf den Umgang mit Information und Wissen, auf Kommunikation und Kooperation, auf Identität und Selbstfindung wie auch auf produktiv-gestaltenden Umgang und ein angemessenes Verständnis virtueller Wirklichkeiten.” (S. 5)

Der in Bremen realisierte Ansatz einer recht umfassenden Beteiligung erbrachte inhaltlich fundierte und aus der Kenntnis der sozialräumlichen Gegebenheiten erwachsene praxisrelevante Vorschläge.
Einzelne Abschnitte zeigen aber auch die Problematik der Durchsetzung von Partikularinteressen, (notwendiger?) Kompromisse und der parallelen Beteiligung von Mitarbeitenden der Senatsverwaltungen an der Konzepterstellung.
So wird z.B. zum wichtigen Thema Finanzierung nur knapp und desillusionierend formuliert:
“Die Finanzierung der einzelnen Angebote wird weiterhin von den heutigen Trägern vorgenommen. Folgt man den Empfehlungen, wird eine Aufstockung des Bedarfs aus öffentlichen Mitteln unumgänglich sein. Soweit dies nicht möglich ist, muss geprüft werden, inwieweit zusätzliche Maßnahmen, die sich aus den Aufgaben der Koordinierungsstelle ergeben, von den heutigen Trägern oder aber durch die Beteiligung Dritter, insbesondere Unternehmen und Verbänden, getragen werden können.” (S. 16)

Hintergrund:
In der Koalitionsvereinbarung 2007 -2011 von SPD und Grünen wurde der Ausbau der Angebote “zur Vermittlung von Medienkompetenz” (S. 108).mit einem Satz sehr knapp als ein medienpolitisches Ziel definiert. Die Senatskanzlei des Landes Bremen initiierte dann im August 2010 den Runden Tisch zur Bremer Medienkompetenz – BreMeKo, an dem sich alle Institutionen des Landes, die sich mit Medienkompetenzförderung befassen, beteiligen können sollten.
Mit dem ersten Ziel einer Bestands- und Bedarfsermittlung wurden sieben Arbeitsgruppen gebildet.

Die Ergebnisse der Arbeitsgruppen wurden beim 2. Runden Tisch Bremische Medienkompetenz im Januar 2011 vorgestellt. Zugesagt wurde daraufhin: “Sie bilden die Grundlage für das Leitbild, das sich Bremen für die Medienkompetenzvermittlung geben will. Dann werden auch die zentralen Fragen einer möglichen neuen Organisationsstruktur und auch der Finanzierung diskutiert werden.”
Als erste Forderungsrealisierung wurde die erste Version eines „Medienkompetenzatlas“ vorgelegt, in dem 28 Anbieter und Angebote rund um das Thema Medienkompetenz auf einer Google maps – Karte eingetragen sind.
Die Koalitionsvereinbarung 2011 -2015 enthielt dann schon deutlich ausführlichere und differenziertere Aussagen, die denen des aktuellen Papiers “Eckpunkte” nahe stehen.
Das Eckpunktepapier wurde von den Leitern und Leiterinnen der sieben Arbeitsgruppen gemeinsam mit den Mitarbeitern der Senatsverwaltung verfasst.

Die “zentrale Frage der Finanzierung” wird wohl noch weiter bearbeitet werden müssen.

gthiele

UN-Bericht zur Bedeutung des Internet für die Informations- und Meinungsfreiheit

13. Juni 2011

Wichtige Argumente für die medienpädagogische Fachdiskussion:

Frank La Rue, der “Special Rapporteur on the promotion and protection of the right to freedom of opinion and expression” der Commission on Human Rights der Vereinten Nationen hat am 16.05.2011 seinen aktuellen Bericht vorgelegt.
Er betont darin die durch das Internet erheblich ausgeweiteten Möglichkeiten der Individuen “to seek, receive and impart information and ideas of all kinds instantaneously and inexpensively across national borders”. (S. 19) Die Ausübung dieses Grundrechtes über das Internet müsse deshalb mit so wenig Einschränkungen wie möglich sichergestellt werden und dürfe nur in wenigen, im internationalen Recht anerkannten Ausnahmen eingeschränkt werden.
“He also stresses that the full guarantee of the right to freedom of expression must be the norm, and any limitation considered as an exception, and that this principle should never be reversed.” (S. 19)

Vor diesem Hintergrund äußert er sich kritisch zu aktuellen Themen wie
- Blocken oder Filtern von Internetinhalten
- Kriminalisierung von Ausdrucksformen im Internet
- mangelhafter Schutz der Rechte auf Privatheit und Datenhoheit

Die Versuche, neue Gesetze zur Sperre des Internetzugangs wegen Urheberrechtsverletzungen zu etablieren – wie z.B. in Frankreich und England – werden zudem als Verstoß gegen Artikel 19, Absatz 3 des Internationalen Pakts über bürgerliche und politische Rechte – UN-Zivilpakt bezeichnet.

gthiele

Hamburg: Medienkompetenzförderung durch ein Medienkompetenz- Netzwerk

05. Juni 2011

Am 4.5.2011 hat die Hamburgische Bürgerschaft auf Antrag der SPD-Fraktion (“Medienkompetenzförderung durch ein Medienkompetenz- Netzwerk“) einen umfangreichen Katalog von “Prüfaufgaben” beschlossen, die zu einem Gesamtprogramm zur Medienkompetenzförderung führen sollen.

Anlass war ein Antrag der CDU zur Einführung eines Medienführerscheins, der durchaus auch “im Rahmen der Entwicklung des Rahmenkonzepts für die Aktivitäten zur Förderung der Medienkompetenz” gedacht war.

Der Hamburger SPD-Politiker Hansjörg Schmidt, Medien- und Netzpolitischer Sprecher seiner Fraktion, bietet hierzu bei Youtube eine kommentierte Videoaufzeichnung seiner Antragsbegründung vor der Bürgerschaft an.

gthiele

Brandenburg: Konzept für die “Stärkung der Medienkompetenz”

31. Mai 2011

In Brandenburg wurde im Dezember 2010 im Landtag eine Entschließung “Stärkung der Medienkompetenz” angenommen. In ihr wird Medienkompetenz nicht nur wie sonst vielfach als “Schlüsselqualifikation in der Informationsgesellschaft” benannt, sondern auch als “Grundfrage selbstbestimmten Lebens und freier Entscheidungsmöglichkeiten” bezeichnet. Die Landesregierung wird in der Entschließung aufgefordert, “bis zum September 2011 unter Einbeziehung geeigneter Experten und Institutionen ein Konzept für die weitere Stärkung der Medienkompetenz zu erarbeiten und dem entsprechenden Landtagsausschuss vorzulegen. Ziel dieses Konzeptes soll es sein, die altersgemäßen Maßnahmen und Angebote zur Förderung der Medienkompetenz abzustimmen und zu bündeln.”

Zur Umsetzung wurde im federführenden Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg eine interne Arbeitsgruppe eingerichtet.
Michael Kaden, Leiter der AG, lud nun zu einer “Diskussion mit externen Experten und Institutionen” ein. Die GMK war hier u.a. durch vorbereitete Stellungnahmen von Ilka Goetz, BITS 21 im fjs e.V. zur Elementarbildung, Karl-Heinz Himmelmann, Hochschule Lausitz zur Seniorenbildung und Matthias Specht, LAG Multimedia Brandenburg e.V. zur Jugendbildung vertreten.

Zur Srukturierung waren drei Leitfragen vorgegeben:
“1. Welchen Stellenwert messen Sie der Medienkompetenzförderung bei und wie begründen Sie diese Einschätzung?
2. Welche Zielgruppe(n) sollte(n) gegenwärtig im Mittelpunkt stehen?
3. Wo besteht konkret Handlungsbedarf zur “Stärkung der Medienkompetenz” im Land Brandenburg?”

Durchgängig wurde in den Beiträgen der Expert/inn/en betont, dass konkreter Handlungsbedarf in allen Zielgruppen besteht und dass – ganz im Sinne der Initiative Keine Bildung ohne Medien – nicht kurzfristige Aktionen, sondern breitenwirksame und nachhaltige Maßnahmen notwendig sind, die auch dauerhaft finanziert werden.
Herr Kaden sagte auf meine Bitte hin zu, dass der jetzt von der internen Arbeitsgruppe zu erstellende Konzeptentwurf allen Beteiligten rechtzeitig zur Stellungnahme zugeschickt werden wird.

gthiele

Medienbildung nachhaltig in der Schule verankern!

04. April 2011

Die Fachgruppe Schule der GMK unterstützt in ihrem aktuellen Positionspapier die grundsätzlichen Aussagen im Medienpädagogischen Manifest. Sie formuliert darin für den Schulbereich konkretisierende Forderungen in acht Handlungsbereichen.

Eine Kurzfassung des Positionspapiers wurde beim Medienpädagogischen Kongress in Berlin vorgelegt.

gthiele