„Eckpunktepapier“ des BreMeKo – Runder Tisch zur Bremer Medienkompetenz

Ein Schritt voran:
In Bremen wurde unter Beteiligung zahlreicher „stakeholder“, darunter der GMK-Regionalgruppe, das Eckpunktepapier des von der Senatskanzlei initiierten BreMeKo – Runder Tisch zur Bremer Medienkompetenz fertig gestellt.

Im gemeinsam entwickelten Leitbild wird definiert: „BreMeKo bedeutet, Medienkompetenz für alle zu erreichen – für alle Menschen, alle Orte und für alle Medien.“
Als gemeinsames Verständnis von Medienkompetenz, „mit dem eine umfassende Vorstellung von Kompetenzen im Hinblick auf Medien vertreten wird“ wird recht knapp formuliert: „Sie bezieht sich auf den Umgang mit Information und Wissen, auf Kommunikation und Kooperation, auf Identität und Selbstfindung wie auch auf produktiv-gestaltenden Umgang und ein angemessenes Verständnis virtueller Wirklichkeiten.“ (S. 5)

Der in Bremen realisierte Ansatz einer recht umfassenden Beteiligung erbrachte inhaltlich fundierte und aus der Kenntnis der sozialräumlichen Gegebenheiten erwachsene praxisrelevante Vorschläge.
Einzelne Abschnitte zeigen aber auch die Problematik der Durchsetzung von Partikularinteressen, (notwendiger?) Kompromisse und der parallelen Beteiligung von Mitarbeitenden der Senatsverwaltungen an der Konzepterstellung.
So wird z.B. zum wichtigen Thema Finanzierung nur knapp und desillusionierend formuliert:
„Die Finanzierung der einzelnen Angebote wird weiterhin von den heutigen Trägern vorgenommen. Folgt man den Empfehlungen, wird eine Aufstockung des Bedarfs aus öffentlichen Mitteln unumgänglich sein. Soweit dies nicht möglich ist, muss geprüft werden, inwieweit zusätzliche Maßnahmen, die sich aus den Aufgaben der Koordinierungsstelle ergeben, von den heutigen Trägern oder aber durch die Beteiligung Dritter, insbesondere Unternehmen und Verbänden, getragen werden können.“ (S. 16)

Hintergrund:
In der Koalitionsvereinbarung 2007 -2011 von SPD und Grünen wurde der Ausbau der Angebote „zur Vermittlung von Medienkompetenz“ (S. 108).mit einem Satz sehr knapp als ein medienpolitisches Ziel definiert. Die Senatskanzlei des Landes Bremen initiierte dann im August 2010 den Runden Tisch zur Bremer Medienkompetenz – BreMeKo, an dem sich alle Institutionen des Landes, die sich mit Medienkompetenzförderung befassen, beteiligen können sollten.
Mit dem ersten Ziel einer Bestands- und Bedarfsermittlung wurden sieben Arbeitsgruppen gebildet.

Die Ergebnisse der Arbeitsgruppen wurden beim 2. Runden Tisch Bremische Medienkompetenz im Januar 2011 vorgestellt. Zugesagt wurde daraufhin: „Sie bilden die Grundlage für das Leitbild, das sich Bremen für die Medienkompetenzvermittlung geben will. Dann werden auch die zentralen Fragen einer möglichen neuen Organisationsstruktur und auch der Finanzierung diskutiert werden.“
Als erste Forderungsrealisierung wurde die erste Version eines „Medienkompetenzatlas“ vorgelegt, in dem 28 Anbieter und Angebote rund um das Thema Medienkompetenz auf einer Google maps – Karte eingetragen sind.
Die Koalitionsvereinbarung 2011 -2015 enthielt dann schon deutlich ausführlichere und differenziertere Aussagen, die denen des aktuellen Papiers „Eckpunkte“ nahe stehen.
Das Eckpunktepapier wurde von den Leitern und Leiterinnen der sieben Arbeitsgruppen gemeinsam mit den Mitarbeitern der Senatsverwaltung verfasst.

Die „zentrale Frage der Finanzierung“ wird wohl noch weiter bearbeitet werden müssen.

gthiele

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.