Kritische Anmerkungen zur Allensbachstudie „Die Zukunft der digitalen Gesellschaft – Ergebnisse einer repräsentativen Bevölkerungsumfrage“ (2014)

Die Studie liefert wichtige Daten zum Thema. Sie entwickelt daraus einige recht eindrucksvolle Aussagen, die sicher in der bildungspolitischen Diskussion auftauchen werden – allerdings kritisch zu hinterfragen sind.

Ein Beispiel: in der Studie wird in Grossbuchstaben herausgestellt:
„DIE MEHRHEIT DER BEVÖLKERUNG BLICKT AMBIVALENT BIS SKEPTISCH AUF DIE ZUKUNFT DER DIGITALEN GESELLSCHAFT.“
Ein Blick in Tabelle 1 im Anhang zeigt: Die Begriffe „ambivalent“ und „skeptisch“ tauchen in der Frage an die Interviewten nicht auf. Sie sind offenbar Neuformulierungen der Antwortkategorien „weder noch“ und „mit Befürchtungen“. Die obige Aussage wird dann dadurch erreicht, dass die Prozentzahlen in der Kategorie „weder noch“ zu denen der Kategorie „mit Befürchtungen“ hinzugezählt werden. Mit demselben problematischen Verfahren würde man aber auch 51,2% für das Gegenteil erreichen und könnte behaupten:

Die Mehrheit der Bevölkerung blickt ambivalent bis hoffnungsfroh auf die Zukunft der Digitalen Gesellschaft.

Zwei weitere Beispiele dafür, wie durch nach meiner Sicht unzulässigen Umgang mit den Daten „fundierte“ Aussagen für die bildungspolitische Diskussion konstruiert werden, sind auf dem Server Produktive Medienarbeit zu finden.

Die Studie kann kostenfrei als PDF-Datei von der Site zum Wissenschaftsjahr 2014 herunter geladen werden.

gthiele

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