Futurelab Medienpädagogik: Thesenpapier zum Forum 2017

Zum Forum Kommunikationskultur 2017 hat der GMK-Vorstand ein Thesenpapier erarbeitet, das Sie über die Kommentarfunktion diskutieren und weiter entwickeln können. Nach dem  GMK-Forum wird eine finalisierte Fassung weiter verbreitet.

Das Forum Kommunikationskultur der Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur (GMK) steht im Jahr 2017 unter dem Anspruch, sich mit Fragen der Qualitätsentwicklung medienpädagogischen Handelns in Wissenschaft und Praxis auseinanderzusetzen. Dabei soll besonderes Augenmerk auf Fragen der Professionalisierung und der Entwicklung von Standards gelegt werden. Zu diesen Fragen stellen wir im Folgenden ausgewählte Thesen mit ergänzenden und erweiternden Erläuterungen im Sinne eines programmatischen Textes zur Diskussion.

Die mit diesem Papier anzustoßende Diskussion soll zunächst einer konstruktiv-weiterführenden internen Klärung wichtiger Fragen medienpädagogischer Praxis und Forschung dienen und dabei auch anzeigen, welche Positionen in der Community konsensfähig sind und welche möglicherweise strittig erscheinen. Zugleich sollen die Thesen und die Diskussion zu einer Positionsbestimmung der GMK bezüglich praktischer und wissenschaftlicher medienpädagogischer Arbeit nach außen beitragen. Mit der Diskussion ist das Ziel verbunden, künftige Bedarfe für Handlungs- und Forschungsfelder der Medienpädagogik – jedoch ohne Anspruch auf Vollständigkeit – zu identifizieren. Um der Prägnanz und Kürze willen, wird der zu jeder These gehörende Hintergrund nur knapp angedeutet, ohne die damit verbundenen (teils sehr umfassenden) Diskurse im Detail nachzuzeichnen. Angegebene Literaturbezüge sollen jeweils beispielhaft auf differenzierende und tiefergehende Ausführungen verweisen.

Die Thesenfolge beginnt mit Überlegungen zum technikinduzierten gesellschaftlichen Wandel („Digitalisierung“) und seiner Bedeutung für die Medienbildung. Dies vorausschickend, gehen wir auf Fragen der Qualifizierung und Professionalisierung für praktisches Handeln sowie auf die Rolle der Medienpädagogik als Wissenschaft und schließend auf den Stellenwert von Standards zur Orientierung und Reflexion ein.

2 Gedanken zu „Futurelab Medienpädagogik: Thesenpapier zum Forum 2017

  1. Thomas Knaus

    Das o. g. Thesenpapier wurde inzwischen auch in der Onlinezeitschrift MedienPaedogik veröffentlicht.

    Hier der Link zum Anschauen, Lesen, Teilen, Weitergeben, Kritisieren (sollte man mit steilen Thesen unbedingt machen!), Zitieren, in Workshops thematisieren… und so weiter:

    http://dx.doi.org/10.21240/mpaed/00/2017.10.24.X | http://www.medienpaed.com/article/view/597

    Auf dem diesjährigen GMK-Forum bei uns in Frankfurt/Main gibt es noch weitere Gelegenheiten die Thesen zu diskutieren und damit weiterzuentwickeln. Bis dahin!

  2. Jürgen Ertelt

    Zum Thesenpapier:
    Vielen Dank für die Vorlage der Thesen, die uns m.E. ein gutes Stück in der notwendigen digitalen Transformation des Bildungsbereichs voran bringen.
    Mir fehlen mit dem Anspruch einer Betrachtung der Digitalisierung der Gesellschaft und dessen Wirkung auf Menschen und Medien, und den davon abzuleitenden Aufgaben für
    Medienkompetenzstärkung, Medienbildung und korrespondierender Forschung, eine umfassendere Analyse von ökonomischen Brüchen. Insbesondere denke ich hier an einschneidende Veränderungen
    in handwerklicher Arbeit, Automation, Reproduktion, Mobilität, Logistik und lernenden Algorithmen in Verfahrensentscheidungen. Gibt es Indikatoren für mehr Teilhabe, Muse und Gerechtigkeit in der Gesellschaft oder bewegen wir uns in einen Flatrate-Kapitalismus, der Bedarfe steuert und versorgt? Welche neuen Rollen können Medien in Kommunikation, Information und Steuerung annehmen und wie lässt sich das mit welchem Menschen- und Gesellschaftsbild gestalten, entfalten und kontrollieren? Welche Kompetenzen muss ich erlangen um aktiv in die Transformation eingreifen zu können? Welche Herrschaftsverhältnisse wären Bedingung für einen demokratischen Fortschritt einer digital durchdrungenen Gesellschaft? Besteht die akute Gefahr eines Technik-Faschismus? (Bonus-Provo 😉 )

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