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Blog: Medien als Werkzeuge der Weltaneignung

Der Kollege Wolf-Rüdiger Wagner erkundet weiterhin spannende historische Quellen zu seinem Thema „Medien als Werkzeuge der Weltaneignung“ und publiziert in seinem Blog Einsichten fördernde Zusammenhänge zu aktuellen Entwicklungen. Ich empfehle die neuen Einträge

Medialitätsbewusstsein (2):”Photographie und Himmelskunde”

1846 – 2016: Die Entdeckung von Planeten durch das „geistige Auge“ der Mathematik

Der Blog dokumentiert auch zahlreiche ältere Arbeiten von ihm,
darunter die direkt für den Unterricht geeigneten Materialien zu WebQuests, für ihn „ein didaktisches Konzept, bei dem es um problemorientiertes, selbstständiges und kooperatives Lernen geht.“

Modullehrplan „Medien und Informatik“ im „Lehrplan 21“

Könnte das ein Vorbild für Deutschland sein?
Ende Oktober 2014 hat die Deutschschweizer Erziehungsdirektoren-Konferenz den mehrfach überarbeiteten, jetzt insgesamt 470-seitigen „Lehrplan 21“ für die 21 deutsch- und mehrsprachigen Kantone zur Einführung freigegeben. Insgesamt werden „363 Kompetenzen in 2300 Kompetenzstufen“ beschrieben. (Rahmeninformationen, S. 23). Über die endgültige Einführung werden die Kantone einzeln entscheiden.

Die Förderung von Medienkompetenz wird in dem 2014 vollständig überarbeiteten 18–seitigen Modullehrplan „Medien und Informatik“ thematisiert.

Im Titel wird eine vorab vorgenommene problematische Einengung deutlich: „Module umfassen zeitlich und inhaltlich begrenzte Aufgaben der Schule…“ – Rahmeninformationen, S.17)

Die halbseitigen Vorgaben für die „Kompetenzbereiche ICT und Medien“ der „Grobstruktur Lehrplan 21“ von 2011 wurden ausgearbeitet.
Zu den Bereichen Medien, Informatik und den gesondert ausgewiesenen „Anwendungskompetenzen“ werden jeweils stufenbezogene Teilkompetenzen benannt.
Schon 2011 waren die Fachbereichsteams beauftragt worden, die damals formulierten Kompetenzen „in die Fachbereichslehrpläne einzubauen und mit Querverweisen zu kennzeichnen.“ (Grobstruktur Lehrplan 21, S.4)
Im jetzt vorgelegten Lehrplan 21 sind solche Verweise zwar angekündigt, im Modullehrplan aber sind weder die vorgesehenen Querverweise noch die „Orte der Erarbeitung“ ausgeführt. Auch Festlegungen zur institutionell abgesicherten Umsetzung im Schulalltag fehlen. So muss abgewartet werden, ob dies alles noch beschlossen wird und wie und in welchem Umfang die einzelnen Kantone „Zeitgefässe bereitstellen und die Zuständigkeiten regeln.“ (Rahmeninformationen, S.17)

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Kinder- und jugendpolitisches Leitpapier zum 14. Deutschen Kinder- und Jugendhilfetag 2011 –

Zwei Zitate aus dem Leitpapier, die m.E. gute Anregung auch für die Reflexion der Ziele unserer (medien)pädagogischen Arbeit geben.

Gibt es hierfür bei uns eigentlich durchgehend Zustimmung?

„Bildung ist mehr als die Vermittlung wirtschaftlich verwertbaren Wissens und mehr als das Durchlaufen des formalen Bildungswegs von Schule über Ausbildung oder Studium hin zu guten Zukunftschancen und einer qualifizierten und dauerhaften Beschäftigung. Bildung braucht Freiräume, damit Erfahrungs-, Lern- und Bildungsprozesse von Heranwachsenden ihrer eigenen Logik und besonderen Bedürfnissen junger Menschen folgen können.
Diese formellen und informellen Prozesse finden in formalen und nichtformalen Settings statt und sind nicht nur an einen Ort gebunden. Hierfür ist ein eigenständiges Bildungskonzept der Kinder- und Jugendhilfe erforderlich, das keine formalisierten Lernprozesse zum Maßstab nimmt oder Bildung an einer individualisierenden Verantwortungszuschreibung für die Aneignung von Kompetenzen festmacht.“

„Die Ausbildung und berufliche Eingliederung junger Menschen ist ebenfalls gesellschaftliche Aufgabe. Dabei darf nicht nur die Erlangung von Beschäftigungsfähigkeit im Vordergrund stehen. Vielmehr müssen, im Sinne einer umfassenden Kompetenzentwicklung für junge Menschen, sowohl beruflich als auch für den weiteren Lebensweg, nachhaltig Selbstbildung und Persönlichkeitsentwicklung gefördert werden.“

Quelle:
Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe – AGJ, Kinder. Jugend. Zukunft:Perspektiven entwickeln – Potenziale fördern!
Kinder- und jugendpolitisches Leitpapier zum 14. Deutschen Kinder- und Jugendhilfetag 2011
Download als PDF-Datei: http://www.agj.de/pdf/5/DJHT-Leitpapier_2011.pdf

gthiele

„Eckpunktepapier“ des BreMeKo – Runder Tisch zur Bremer Medienkompetenz

Ein Schritt voran:
In Bremen wurde unter Beteiligung zahlreicher „stakeholder“, darunter der GMK-Regionalgruppe, das Eckpunktepapier des von der Senatskanzlei initiierten BreMeKo – Runder Tisch zur Bremer Medienkompetenz fertig gestellt.

Im gemeinsam entwickelten Leitbild wird definiert: „BreMeKo bedeutet, Medienkompetenz für alle zu erreichen – für alle Menschen, alle Orte und für alle Medien.“
Als gemeinsames Verständnis von Medienkompetenz, „mit dem eine umfassende Vorstellung von Kompetenzen im Hinblick auf Medien vertreten wird“ wird recht knapp formuliert: „Sie bezieht sich auf den Umgang mit Information und Wissen, auf Kommunikation und Kooperation, auf Identität und Selbstfindung wie auch auf produktiv-gestaltenden Umgang und ein angemessenes Verständnis virtueller Wirklichkeiten.“ (S. 5)

Der in Bremen realisierte Ansatz einer recht umfassenden Beteiligung erbrachte inhaltlich fundierte und aus der Kenntnis der sozialräumlichen Gegebenheiten erwachsene praxisrelevante Vorschläge.
Einzelne Abschnitte zeigen aber auch die Problematik der Durchsetzung von Partikularinteressen, (notwendiger?) Kompromisse und der parallelen Beteiligung von Mitarbeitenden der Senatsverwaltungen an der Konzepterstellung.
So wird z.B. zum wichtigen Thema Finanzierung nur knapp und desillusionierend formuliert:
„Die Finanzierung der einzelnen Angebote wird weiterhin von den heutigen Trägern vorgenommen. Folgt man den Empfehlungen, wird eine Aufstockung des Bedarfs aus öffentlichen Mitteln unumgänglich sein. Soweit dies nicht möglich ist, muss geprüft werden, inwieweit zusätzliche Maßnahmen, die sich aus den Aufgaben der Koordinierungsstelle ergeben, von den heutigen Trägern oder aber durch die Beteiligung Dritter, insbesondere Unternehmen und Verbänden, getragen werden können.“ (S. 16)

Hintergrund:
In der Koalitionsvereinbarung 2007 -2011 von SPD und Grünen wurde der Ausbau der Angebote „zur Vermittlung von Medienkompetenz“ (S. 108).mit einem Satz sehr knapp als ein medienpolitisches Ziel definiert. Die Senatskanzlei des Landes Bremen initiierte dann im August 2010 den Runden Tisch zur Bremer Medienkompetenz – BreMeKo, an dem sich alle Institutionen des Landes, die sich mit Medienkompetenzförderung befassen, beteiligen können sollten.
Mit dem ersten Ziel einer Bestands- und Bedarfsermittlung wurden sieben Arbeitsgruppen gebildet.

Die Ergebnisse der Arbeitsgruppen wurden beim 2. Runden Tisch Bremische Medienkompetenz im Januar 2011 vorgestellt. Zugesagt wurde daraufhin: „Sie bilden die Grundlage für das Leitbild, das sich Bremen für die Medienkompetenzvermittlung geben will. Dann werden auch die zentralen Fragen einer möglichen neuen Organisationsstruktur und auch der Finanzierung diskutiert werden.“
Als erste Forderungsrealisierung wurde die erste Version eines „Medienkompetenzatlas“ vorgelegt, in dem 28 Anbieter und Angebote rund um das Thema Medienkompetenz auf einer Google maps – Karte eingetragen sind.
Die Koalitionsvereinbarung 2011 -2015 enthielt dann schon deutlich ausführlichere und differenziertere Aussagen, die denen des aktuellen Papiers „Eckpunkte“ nahe stehen.
Das Eckpunktepapier wurde von den Leitern und Leiterinnen der sieben Arbeitsgruppen gemeinsam mit den Mitarbeitern der Senatsverwaltung verfasst.

Die „zentrale Frage der Finanzierung“ wird wohl noch weiter bearbeitet werden müssen.

gthiele

Brandenburg: Konzept für die „Stärkung der Medienkompetenz“

In Brandenburg wurde im Dezember 2010 im Landtag eine Entschließung „Stärkung der Medienkompetenz“ angenommen. In ihr wird Medienkompetenz nicht nur wie sonst vielfach als „Schlüsselqualifikation in der Informationsgesellschaft“ benannt, sondern auch als „Grundfrage selbstbestimmten Lebens und freier Entscheidungsmöglichkeiten“ bezeichnet. Die Landesregierung wird in der Entschließung aufgefordert, „bis zum September 2011 unter Einbeziehung geeigneter Experten und Institutionen ein Konzept für die weitere Stärkung der Medienkompetenz zu erarbeiten und dem entsprechenden Landtagsausschuss vorzulegen. Ziel dieses Konzeptes soll es sein, die altersgemäßen Maßnahmen und Angebote zur Förderung der Medienkompetenz abzustimmen und zu bündeln.“

Zur Umsetzung wurde im federführenden Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg eine interne Arbeitsgruppe eingerichtet.
Michael Kaden, Leiter der AG, lud nun zu einer „Diskussion mit externen Experten und Institutionen“ ein. Die GMK war hier u.a. durch vorbereitete Stellungnahmen von Ilka Goetz, BITS 21 im fjs e.V. zur Elementarbildung, Karl-Heinz Himmelmann, Hochschule Lausitz zur Seniorenbildung und Matthias Specht, LAG Multimedia Brandenburg e.V. zur Jugendbildung vertreten.

Zur Srukturierung waren drei Leitfragen vorgegeben:
„1. Welchen Stellenwert messen Sie der Medienkompetenzförderung bei und wie begründen Sie diese Einschätzung?
2. Welche Zielgruppe(n) sollte(n) gegenwärtig im Mittelpunkt stehen?
3. Wo besteht konkret Handlungsbedarf zur „Stärkung der Medienkompetenz“ im Land Brandenburg?“

Durchgängig wurde in den Beiträgen der Expert/inn/en betont, dass konkreter Handlungsbedarf in allen Zielgruppen besteht und dass – ganz im Sinne der Initiative Keine Bildung ohne Medien – nicht kurzfristige Aktionen, sondern breitenwirksame und nachhaltige Maßnahmen notwendig sind, die auch dauerhaft finanziert werden.
Herr Kaden sagte auf meine Bitte hin zu, dass der jetzt von der internen Arbeitsgruppe zu erstellende Konzeptentwurf allen Beteiligten rechtzeitig zur Stellungnahme zugeschickt werden wird.

gthiele