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Stellungnahme der Fachgruppe Schule der GMK zum Basiscurriculum Medienbildung im Rahmenlehrplan für die Jahrgangsstufe 1-10 in Berlin und Brandenburg

Die FG Schule hat fristgerecht eine differenzierte achtseitige Stellungnahme zum Entwurf eines Basiscurriculums Medienbildung im neuen Rahmenlehrplan vorgelegt.
Einige Aussagen: Die FG begrüßt, dass eine verpflichtende curriculare Grundlage geschaffen wurde.
Sie befürchtet, dass wegen der funktionalen Orientierung des hier genutzten Kompetenzmodells die Gefahr einer verkürzten Wahrnehmung und einer Subsumierung von Medienkompetenz unter „Methodenkompetenz“ besteht.
Sie bezweifelt, dass beim derzeitigen Stand der eigentlich beabsichtigten expliziten Einbindung in die Fachteile des Rahmenlehrplans wirklich ein systematischer und nachhaltiger Aufbau von Medienkompetenz möglich ist und empfiehlt eine Überarbeitung.
Es ist wohl nicht zufällig, dass sich hier ähnliche Schwierigkeiten zeigen wie beim Modullehrplan “Medien und Informatik” im “Lehrplan 21″.

Vollständiger Text der Stellungnahme

Newsletter Weiterbildung Medienbildung

Der Newsletter der Weiterbildung Medienbildung der PH Zürich erscheint drei bis vier Mal jährlich. Neben Informationen zu Beratungs- und Fortbildungsangeboten enthält er Medientipps, Fachinformationen und Unterrichtsideen. Im aktuellen Newsletter (März 2015) wird z.B. ein Unterrichtsvorschlag zur Nutzung und Thematisierung von Wordle beschrieben.
Es wird ein kostenfreier Bezug des Newsletters angeboten.

Modullehrplan „Medien und Informatik“ im „Lehrplan 21“

Könnte das ein Vorbild für Deutschland sein?
Ende Oktober 2014 hat die Deutschschweizer Erziehungsdirektoren-Konferenz den mehrfach überarbeiteten, jetzt insgesamt 470-seitigen „Lehrplan 21“ für die 21 deutsch- und mehrsprachigen Kantone zur Einführung freigegeben. Insgesamt werden „363 Kompetenzen in 2300 Kompetenzstufen“ beschrieben. (Rahmeninformationen, S. 23). Über die endgültige Einführung werden die Kantone einzeln entscheiden.

Die Förderung von Medienkompetenz wird in dem 2014 vollständig überarbeiteten 18–seitigen Modullehrplan „Medien und Informatik“ thematisiert.

Im Titel wird eine vorab vorgenommene problematische Einengung deutlich: „Module umfassen zeitlich und inhaltlich begrenzte Aufgaben der Schule…“ – Rahmeninformationen, S.17)

Die halbseitigen Vorgaben für die „Kompetenzbereiche ICT und Medien“ der „Grobstruktur Lehrplan 21“ von 2011 wurden ausgearbeitet.
Zu den Bereichen Medien, Informatik und den gesondert ausgewiesenen „Anwendungskompetenzen“ werden jeweils stufenbezogene Teilkompetenzen benannt.
Schon 2011 waren die Fachbereichsteams beauftragt worden, die damals formulierten Kompetenzen „in die Fachbereichslehrpläne einzubauen und mit Querverweisen zu kennzeichnen.“ (Grobstruktur Lehrplan 21, S.4)
Im jetzt vorgelegten Lehrplan 21 sind solche Verweise zwar angekündigt, im Modullehrplan aber sind weder die vorgesehenen Querverweise noch die „Orte der Erarbeitung“ ausgeführt. Auch Festlegungen zur institutionell abgesicherten Umsetzung im Schulalltag fehlen. So muss abgewartet werden, ob dies alles noch beschlossen wird und wie und in welchem Umfang die einzelnen Kantone „Zeitgefässe bereitstellen und die Zuständigkeiten regeln.“ (Rahmeninformationen, S.17)

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Basiscurriculum Medienbildung für Berlin und Brandenburg

Ende November 2014 veröffentlichte das Landesinstitut für Schule und Medien Berlin -Brandenburg (LISUM) die Anhörungsfassung der neuen kompetenzorientierten Rahmenlehrpläne für die Grundschule und die Sekundarstufe I der beiden Bundesländer.

Darin enthalten ist auch ein „Basiscurriculum Medienbildung“ als Teilbereich der „fächerübergreifenden Kompetenzentwicklung“.
Bis Ende März 2015 wird um fachliche Rückmeldungen gebeten, um anschließend diese auszuwerten und die Rahmenlehrpläne zu überarbeiten. Ab dem Schuljahr 2016/17 sollen die Rahmenlehrpläne einschließlich „Basiscurriculum Medienbildung“ verbindlich werden.

Link zum Basiuscurriculum Medienbildung (pdf, Seiten 13-23 im Teil B, Fachübergreifende Kompetenzentwicklung, Anhörungsfassung vom 28.11.2014):

http://bildungsserver.berlin-brandenburg.de/fileadmin/bbb/unterricht/rahmenlehrplaene_und_curriculare_materialien/Rahmenlehrplanprojekt/anhoerung/plan/2_Teil_B_Anhoerungsfassung_vom_28.11.2014.pdf

Die Fachgruppe Schule der GMK wird eine Stellungnahme erarbeiten und sich hierzu im März in Berlin treffen.

Positionspapier der Konrad-Adenauer-Stiftung zur Lehrerbildung

Die Konrad-Adenauer-Stiftung hat am 19.01.2015 ihr Positionspapier „Medienkompetenz in der Lehramtsausbildung – Bildung für ein Leben und Arbeiten im 21. Jahrhundert“ vorgelegt. Es wurde „unter der fachlichen Mitarbeit einer speziell dafür zusammengestellten Expertengruppe“ (Quelle) entwickelt, der mehrere GMK-Mitglieder angehörten.

Einige gut begründete Forderungen von GMK und KBoM haben Eingang in dieses Positionspapier gefunden:

  • länderübergreifende Bildungsstandards zur Medienpädagogik
  • obligatorischer Bestandteil in allen pädagogischen Studiengängen
  • Medienpädagogik sowohl als Querschnittsaufgabe als auch integriert in die Fachdidaktiken
  • Prüfungsrelevanz für das erste und das zweite Staatsexamen
  • systematische Fortbildungsangebote
  • Ausbau medienpädagogischer Forschung und Lehre an den Hochschulen

Das Positionspapier kann als PDF-Datei herunter geladen werden.

Aktionstag gegen TTIP, CETA und Co am 21. Mai 2015

Die von über 300 Organisationen getragene Europäische Bürgerinitiative gegen TTIP und CETA hatte im Dezember 2014 bereits mehr als 1.000.000 Unterschriften gesammelt. Der Deutschen Kulturrat ruft weiterhin auf, den Aufruf gegen TTIP und CETA zu unterzeichnen: http://stop-ttip.org/de/unterschreiben/
Außerdem bittet der Kulturrat um breite Unterstützung für den Aktionstag, damit an diesem besonderen Tag in vielen Städten und Gemeinden Aktionen gegen die Freihandelsabkommen EU-USA (TTIP) und EU-Kanada (CETA) stattfinden.

„Wir wollen TTIP und CETA verhindern, da sie diverse kritische Punkte wie Investor-Staat-Schiedsverfahren und Regelungen zur regulatorischen Kooperation enthalten, die Demokratie und Rechtsstaat aushöhlen. Wir wollen verhindern, dass in intransparenten Verhandlungen Arbeits-, Sozial-, Umwelt-, Datenschutz- und Verbraucherschutzstandards gesenkt sowie öffentliche Dienstleistungen (z. B. Wasserversorgung) und Kulturgüter dereguliert werden.“
Quelle

Wie wirksam sind digitale Medien im Unterricht?

Bardo Herzig, Professor für Allgemeine Didaktik, Schulpädagogik und Medienpädagogik an der Universität Paderborn, hat im Auftrag der Bertelsmann Stiftung die insgesamt nur 32seitige Studie „Wie wirksam sind digitale Medien im Unterricht?“ erstellt, in der er stark verdichtet und versehen mit zahlreichen weiterführenden Literaturhinweisen den aktuellen Forschungsstand darstellt. Er bezieht sich dabei (leider) „ausschließlich auf mediendidaktische Fragestellungen, d. h. auf das Lernen mit digitalen Medien.“
Der lohnende Beitrag kann jetzt kostenfrei (wenn auch etwas mühsam) bei SlideShare gelesen werden. Er ergänzt damit den schon 2013 dort veröffentlichten Folienvortrag „Wirkungen digitaler Medien im Unterricht“.

gthiele

Kritische Anmerkungen zur Allensbachstudie „Die Zukunft der digitalen Gesellschaft – Ergebnisse einer repräsentativen Bevölkerungsumfrage“ (2014)

Die Studie liefert wichtige Daten zum Thema. Sie entwickelt daraus einige recht eindrucksvolle Aussagen, die sicher in der bildungspolitischen Diskussion auftauchen werden – allerdings kritisch zu hinterfragen sind.

Ein Beispiel: in der Studie wird in Grossbuchstaben herausgestellt:
„DIE MEHRHEIT DER BEVÖLKERUNG BLICKT AMBIVALENT BIS SKEPTISCH AUF DIE ZUKUNFT DER DIGITALEN GESELLSCHAFT.“
Ein Blick in Tabelle 1 im Anhang zeigt: Die Begriffe „ambivalent“ und „skeptisch“ tauchen in der Frage an die Interviewten nicht auf. Sie sind offenbar Neuformulierungen der Antwortkategorien „weder noch“ und „mit Befürchtungen“. Die obige Aussage wird dann dadurch erreicht, dass die Prozentzahlen in der Kategorie „weder noch“ zu denen der Kategorie „mit Befürchtungen“ hinzugezählt werden. Mit demselben problematischen Verfahren würde man aber auch 51,2% für das Gegenteil erreichen und könnte behaupten:

Die Mehrheit der Bevölkerung blickt ambivalent bis hoffnungsfroh auf die Zukunft der Digitalen Gesellschaft.

Zwei weitere Beispiele dafür, wie durch nach meiner Sicht unzulässigen Umgang mit den Daten „fundierte“ Aussagen für die bildungspolitische Diskussion konstruiert werden, sind auf dem Server Produktive Medienarbeit zu finden.

Die Studie kann kostenfrei als PDF-Datei von der Site zum Wissenschaftsjahr 2014 herunter geladen werden.

gthiele