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Resolution des Vorstandes der Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur für eine Aussetzung des aktuellen Novellierungsprozesses des JMStV

Der GMK-Bundesvorstand hat heute (2.12.2010) eine Resolution zur Novellierung des Jugendmedienschutzstaatsvertrages publiziert, in der er fordert,  dass „der aktuelle Novellierungsprozess des  Jugendmedienschutz-Staatsvertrags vorübergehend ausgesetzt wird, um eine Reihe grundlegender und bereits mehrfach benannter Probleme mit betroffenen, relevanten gesellschaftlichen  Institutionen ausführlicher zu diskutieren und zu bewerten.“

Die GMK versteht sich hier als Vertreterin der Interessen der Kinder- und Jugendmedienarbeit sowie anderer pädagogischer Bereiche. Es  gilt, „die Interessen der nicht-kommerziellen Anbieter, insbesondere auch pädagogischer Institutionen, die  in den letzten Jahren wertvolle Medienkompetenzansätze entwickelt haben, zu unterstützen. Dazu gehört neben vielen anderen Maßnahmen und Strategien eben unbedingt auch, dass Jugendliche ihre Produkte im Netz veröffentlichen können und von Gleichaltrigen gefunden werden. Die Publikation und Zugänglichkeit sowohl ihrer Webinhalte als auch der in Medienbildungskontexten entstandenen Materialien muss gewährleistet werden. Ohne Akzeptanz und Förderung der Jugendkultur findet diese ihre Wege in die Anonymität, was unbedingt zu verhindern ist.“

Zentrale Fragen des GMK-Vorstands sind:

Wird die Jugendmedienarbeit durch den Jugendmedienschutz-Staatsvertrag zukünftig behindert?

Werden die Interessen der nicht-kommerziellen Anbieter, insbesondere auch pädagogische Institutionen, die  in den letzten Jahren wertvolle Medienkompetenzansätze entwickelt haben, durch den JMStVhinreichend unterstützt?

Den Text im Wortlaut finden Sie hier.

Sitzung der Enquete-Kommission des Deutschen Bundestages zum Thema Medienkompetenz

Die Enquete-Kommission des Bundestages hat sich am 13. September mit dem Thema Medienkompetenz befasst.

Die Positionen der im Bundestag vertretenen Parteien werden vorgestellt. Bedauerlich: Kein ausgewiesener Medienpädagoge ist in der Enquete-Komission vertreten.

Die Zusammenfassung der Beiträge (lt. Bundestag):

Bei der Frage der Vermittlung von Medienkompetenz ausschließlich Kinder und Jugendliche in den Blick zu nehmen, greift zu kurz. Darüber bestand unter den Mitgliedern der Enquete-Kommission „Internet und digitale Gesellschaft“ am Montag, 13. September 2010, weitgehend Einigkeit. In der fünften Sitzung der Enquete-Kommission sagte Thomas Jarzombek (CDU/CSU), dass man sich darüber Gedanken machen müsse, wer den so genannten „digital natives“, also Kindern und Jugendlichen, die mit dem Internet aufgewachsen sind, heute den richtigen Umgang mit dem Internet erkläre. „Das sind gerade in den Schulen oft Endfünfziger, die keine ‚digital natives‘ sind.“

Projektgruppe beschlossen

Eltern müssten deshalb auch Adressaten von Medienkompetenz sein. Sonst fehle beispielsweise Kindern und ihren Eltern eine gemeinsame Sprachebene, sagte Jarzombek und ergänzte, dass auf diese Weise auch die in Artikel sechs des Grundgesetzes festgeschriebene „Erziehungshoheit“ der Eltern gestärkt werden könne.

Die Kommission beschloss, eine Projektgruppe „Medienkompetenz“ einzurichten. Ein Antrag von Konstantin von Notz und Tabea Rößner (beide Bündnis 90/Die Grünen), die Projektgruppe in „Medien- und Netzkompetenz“ umzubenennen, wurde mehrheitlich abgelehnt.

„Medienkompetenz auf den Stundenplan“

Die SPD-Abgeordnete Aydan Özoguz stimmte Jarzombek zu, warnte jedoch davor, „den gleichen Fehler wie in der Bildungspolitik zu machen“. Es wäre schade, wenn die Medienkompetenz der Kinder allein von ihrem Elternhaus abhängig ist“, sagte Özuguz. Es gehöre zur Aufgabe der Politik und der Gesellschaft, dem entgegenzuwirken, damit Kinder und Jugendliche die gleichen Chancen bekämen: „Wer sich nicht auskennt im Netz, wird später abgehängt.“

Nach Ansicht von Halina Wawzyniak (Die Linke) muss Medienkompetenz vor allem auch Lehrern und Sozialpädagogen in ihrer Ausbildung vermittelt werden. Zudem gehöre sie als Fach in den Stundenplan von Schülern.

„Teil der frühkindlichen Bildung“

Der FDP-Abgeordnete Sebastian Blumenthal sagte, Medienkompetenz solle auch Teil der frühkindlichen Bildung sein. Gerade in der Kita könne man sie Kindern spielerisch nahebringen.

Tabea Rößner (Bündnis 90/Die Grünen) schlug vor, auch einen Blick auf andere Länder und deren Art der Medienkompetenzvermittlung zu werfen. (nt)

Weiterführende Infos

Animationsclips zur politischen Bildung

Unter dem Motto „Bildung muss nicht langweilig sein“ startet der Verein /e-politik.de/ e.V. sein Projekt. Jeder Animationsclip greift ein politisches Thema auf. Der erste Clip beschäftigt sich mit dem Thema Vereinte Nationen; weitere Clips zu den Themen Islamismus, Welthandelssystem, Globalisierung, Klimawandel usw. sind geplant. Gefördert wird das Projekt bislang von den Gesellschaftern (Aktion Mensch), dem FairTrade e.V., der Doris Wupperman Stiftung und der Aktion Selbstbesteuerung.

Dies ist der erste Clip zum Thema Vereinte Nation:

Keine Bildung ohne Medien – Bildungsprozesse unter den Bedingungen medialer Beschleunigung

Keine Bildung ohne Medien ist die Webadresse des Medienpädagogischen Manifestes. Horst Niesyto hat auf  auf den 33. Stuttgarter Tagen der Medienpädagogik seinen Vortrag „Keine Bildung ohne Medien – Bildungsprozesse unter den Bedingungen medialer Beschleunigung“ auf die Kampagne bezogen. Ein Kongress zu Manifest wird voraussichtlich am 14. und 15. April in Berlin stattfinden.

Horst Niesyto im Gespräch mit Wolfgang Wunden

Im Hochschulmagazin der Pädagogischen Hochschule  Ludwigsburg ist ein sehr lesenswertes Gespräch zwischen Prof. Horst Niesyto und Dr. Wolfgang Wunden, Gründungsvorstandsmitglied der GMK, abgedruckt.  (Abb. GMk-Gründungsvorstand. Von links:  Gottwald, Schorb, Baacke, de Haen, Wunden)

Das kompetente Kind und ein Videoclip von Michael Jackson: Zum 10. Todestag von Dieter Baacke (23. Juli 1999)

Was hat das kompetente Kind mit einem Clip von Michael Jackson zu tun? Würde man nicht ohnehin immer wieder Dieter Baackes theoretischem Erbe begegnen, gerade wenn man sich mit Medien und Pädagogik beschäftigt, so ist spätestens der Tod von Michael Jackson ein weiterer Anlass, an Dieter Baacke und seine Sicht auf Kinder- und Jugendkulturen zu erinnern.

baacke Denkerpose

Auf dem Forum Kommunikationskultur der GMK 1996 in der Hochschule für Film und Fernsehen Potsdam-Babelsberg analysierte Dieter Baacke den Videoclip von Michael Jackson „Black or White“. Weiterlesen

Atlas zum Ergebnis der Europawahl 2009 im Netz

SVG- und Kartographie-Guru Michael Neutze (so nennt ihn jedenfalls der Schockwellenreiter, dem ich für seine tollen Links hier gerne danken möchte und auf den ich hiermit endlich einmal verlinke) hat einen sehr differenzierten privaten SVG-Atlas

Ergebnis der Europawahl 2009 in Deutschland from Data Visualisation on Vimeo.

mit den Ergebnissen der Europawahl ins Netz gestellt. Interessant z.B. die regionale Verteilungen der Wählerstimmen sowohl der großen Parteien, der Grünen und der Linken als auch die Verteilung der Wählerstimmen für die rechten Parteien.
Die Piratenpartei, die ja bei ihrem ersten bundesweiten Antritt zur Europawahl 0,9 Prozent der Stimmen für sich verbuchen konnte, findet ihre Wählerschaft eher in den Städten.
Auch wenn der Name Piratenpartei nicht besonders schlau gewählt ist, bildet sich doch hier möglicherweise ein neuer kultureller Gegensatz ab, ein Gegensatz zwischen einer ‚Internet-Generation‘ und den etablierten politischen Parteien.