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Leseempfehlung! Der zweite Zwischenbericht der Enquete Kommission „Internet und Digitale Gesellschaft“ #eidg

„Medienkompetenz – ist das mehr als nur eines der unzähligen „Buzzwords“, die in der Netzpolitik regelmäßig kommen und gehen? Medienkompetenz wird von manchen belächelt, von anderen als die Lösung aller Probleme angesehen, von Bildungschancen bis zum Jugendschutz der Neuzeit. Ein Thema also, das intensiv aufgeladen ist.

Dabei wurde viel erreicht: Unsere Recherche hat gezeigt, dass es eine schier unendliche Menge toller Projekte und Initiativen in Sachen Medienkompetenz gibt. All denen, die hier – teilweise seit vielen, vielen Jahren – tätig sind: Hut ab und danke für das tolle Engagement!

Aber wie kann es sein, dass trotz all dieser Initiativen immer wieder der Eindruck entsteht, es müsse noch viel mehr in Sachen Medienkompetenz getan werden?“ (zitiert aus der Einleitung des Berichts, S. 4)

Hier geht es zum Link (Drucksache 17/7286).

http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/17/072/1707286.pdf

eingestellt von Dagmar Hoffmann

Enquete-Kommission Internet und digitale Gesellschaft, Öffentliche Anhörung zum Thema Medienkompetenz

Am 13. Dezember 2010 äußerten sich zehn Expertinnen und Experten zu einem von der Kommission vorgelegten Fragenkatalog

und beantworteten die anschließenden Fragen der Kommissionsmitglieder.

Die GMK war zwar nicht eingeladen, aber gut vertreten durch die GMK-Mitglieder Stefan Aufenanger, Kathrin Demmler und Jürgen Ertelt.

Zusammenfassend wird im Bericht auf der Website  der Kommission festgestellt.

„Medienkompetenz wird immer wichtiger, um am politischen und sozialen Leben teilnehmen zu können. In dieser Einschätzung waren sich die … geladenen Experten einig. Um zu einem selbstbestimmten Umgang mit den neuen Medien befähigt zu werden müssten daher Kinder und Jugendliche, aber auch Eltern und Lehrer intensiv und frühzeitig geschult werden.“

Die hier genutzte Formulierung „müssen … geschult werden“ korrespondiert mit dem Begriff „Vermittlung von Medienkompetenz“, der in mehreren Fragen an die  Sachverständigen genutzt wurde. Beide verweisen auf ein überholtes Verständnis von Lernprozessen.

Die Sachverständigen legten vorab schriftliche Stellungnahmen vor, die als PDF-Dateien zur Verfügung stehen.

Die gesamte Anhörung steht zum Download bereit und kann auch online angesehen werden.

Die hiermit auch öffentlich zugänglichen Sachverständigenstatements lassen sich mit geringem Aufwand gut als Arbeitsmittel für medienpädagogische Fortbildungen nutzen.

Für mich besonders anregend waren statements von zwei in der medienpädagogischen Szene eher unbekannten Sachverständigen:

Prof. Dr. Gerd Gigerenzer vom Max-Planck-Institut für Bildungsforschung, Berlin skizzierte „eine spezifische Medienkompetenz, welche Jugendliche und Erwachsene zugleich benötigen: die Kompetenz im informierten Umgang mit den Risiken und Unsicherheiten digitaler Technologie, kurz: digitale Risikokompetenz. … Diese Kompetenz hat eine kognitive und eine motivationale Komponente: Risikoverständnis und digitale Selbstkontrolle.“  Es erscheint mir lohnend, sich mit den damit verbundenen Überlegungen und Erkenntnissen näher zu beschäftigen.

Prof. Dr. Klaus P. Jantke, Leiter der Abteilung Kindermedien am Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie – IDMT plädierte für die stärkere Erforschung und Nutzung von digitalen Spielen für die Förderung des Erwerbs von Medienkompetenz und verwies auf entsprechende eigene Entwicklungen. Ein schönes Zitat aus seinem vorgelegten Text:  „Ob man das mag oder nicht, … es besteht kein Zweifel, dass in großer Zahl Jugendliche in WORLD OF WARCRAFT Teamkompetenz und sogar Teamführung gelernt haben. Es besteht auch kein Zweifel, dass bestimmte Technologiekompetenz erworben wird, einfach durch das Bestreben, die Medien zu beherrschen.“

Es erscheint mir lohnend, sich auch mit den Erfahrungen und Erkenntnissen am IDMT näher zu beschäftigen.

Um die Öffentlichkeit stärker in die Arbeit der Kommission einzubeziehen, wurde u.a. auch ein „Forum: Medienkompetenz“ auf der Website der Kommission eingerichtet . – eine Chance, die wir stärker nutzen könnten.     „Als Medienpädagogen sollten wir uns mit einbringen und unsere Statements und Forderung sichtbar machen.“ (Irene Schumacher)

gthiele